Die International Taekwon-Do Federation (ITF) lud im Oktober 2006 zum World Cup nach Benidorm/Spanien ein. Nach der letztjährigen Erstauflage in Orlando/USA hat sich die Veranstaltung bereits im zweiten Jahr in den internationalen Terminkalendern etabliert.
Das Turnier setzt in mehrerer Hinsicht neue Maßstäbe: Gut 1.200 Aktive aus 46 Ländern gingen in den verschiedenen Wettkampfklassen an den Start. Wie bei Turnieren der ITF üblich umfassen diese neben dem Kampf auch die Formen (Tul).
Der Bruchtest-Wettbewerb, sonst Teil internationaler Titelkämpfe, ist beim World Cup nicht im Programm. Dafür ist als Kategorie das „traditional sparring“ hinzugekommen, welches als kontaktfreier Kampf die Anwendung auch derjenigen Techniken erlaubt, die nicht durch eine Schutzausrüstung „entschärft“ werden können. Hierdurch wird die anwendungsorientierte Demonstration der gesamten technischen Vielfalt des Taekwon-Do ermöglicht und eine –auch für den Laien erkennbare– Brücke geschlagen zwischen den Disziplinen Kampf (Matsogi), Formen (Tul) und Selbstverteidigung (Hosinsul).
Neben der Quantität konnte das Turnier in gleichem Maße mit Qualität aufwarten: Viele Nationen entsandten ihre aktuellen Nationalkader, zahlreiche Medaillengewinner der letzten Welt- und Kontinentalmeisterschaften gingen an den Start. Bei diesen Titelturnieren sind die nationalen Verbände durch die Regelung „ein Starter pro Land und Kategorie“ oftmals in der Situation, zwischen mehreren Aktiven von Weltklasse-Niveau auszuwählen. Da es beim World Cup keine Begrenzung bzgl. der Teilnehmer-Anzahl pro Land gibt waren viele Wettkampfklassen nicht nur quantitativ stark sondern auch qualitativ hochklassig besetzt.
Die Qualität des Turniers spiegelte sich auch im Bereich der Organisation wider: Zur Austragung des World Cup stand eine hervorragend ausgestattete sechsfach-Turnhalle zur Verfügung. Auf sieben Kampfflächen konnten die Wettkämpfe störungsfrei und im vorgegebenen Zeitplan durchgeführt werden.
Die Halle am frühen Morgen
Das deutsche Team konnte sich in seiner Erfolgsbilanz gegenüber den letzten internationalen Meisterschaften noch weiter steigern: sowohl im Junior- als auch im Seniorbereich konnten zahlreiche Medaillen errungen werden. Hervorzuheben ist neben den Siegen und Platzierungen in den Einzeldisziplinen vor allem das Abschneiden in den Mannschaftswettbewerben: Titelgewinne gab es beim Kampf (Senioren und Juniorinnen) sowie bei den Formen (Juniorinnen und Junioren). Dem Seniorinnen-Team gelang beim Formenwettbewerb ebenfalls der Finaleinzug. Dieses hervorragende Abschneiden in den verschiedenen Altersklassen lässt noch einiges für die Zukunft erwarten. In der Nationenwertung erreichte das deutsche Team beim II. World Cup den vierten Platz.



















